Zum Buch: Drei aus dem Ruder

Henriette, Mieke und Coco könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch freundeten sie sich in der psychosomatischen Klinik Seeblick an.

Henriette wird nach einem Unfall von ihrem guten Freund Daniel, dazu gedrängt, sich eine Auszeit von sechs Wochen in der Klinik Seeblick zu gönnen. Durch seinen Beruf als Psychotherapeut gelingt es ihm relativ schnell einen Platz für sie dort zu organisieren.

Ihr Ehemann Georg fährt sie zur Klinik und versäumte nicht, ihr ein schlechtes Gewissen vor ihrer Fahrt einzureden.

Henriette war es  nach fünfundzwanzigjähriger Ehe mit Georg gewohnt, dass er, der Dirigent, das berufliche Ende eines wildfremden Musikers über ihren Zustand stellte. Yukuri Rotomori gibt sein Abschiedkonzert, und sie konnte nicht daran teilnehmen, weil sie sich lieber in eine Klinik begab. Ihr Mann konnte das nicht verstehen. Genauso wenig wie ihren Zustand. Denn bei diesem geradlinigen Mann, der kaum zur einer Emotion fähig war, lief alles immer in akkuraten Bahnen.

Nachdem diese Aussicht sie nicht von ihrem Vorhaben abringen konnte, spielte ihr Mann auch noch den letzten Trumpf aus. Die Kinder.

Genau wegen dieses Kinder fühlte sie sich in letzter Zeit so ungebraucht und leer. Denn sie wurden flügge und verließen nach den Sommerferien das Elternhaus.

Der Gedanke mit Georg alleine zu Hause zu bleiben, jagte ihr immer wieder von Neuem Angst ein.

Mieke liebte einen verheirateten Mann und war von ihm schwanger. Natürlich war das nicht ihr einziges Problem, aber darüber redete man ja schließlich nicht gleich am Anfang mit jeder X-beliebigen Person.

Die kinderlose Coco kann keine Entscheidung mehr treffen. Sie vertraut jedem und allem nur nicht mehr sich selbst. Dass sie eine Starköchin im Fernsehen ist, wird schnell klar, als ein Paparazzi sich Zutritt zum Gelände des Seeblickes verschaffte.

Henriette findet in Mieke und Coco zwei Freundinnen, die sie dazu animieren aus dem Trott auszubrechen.

Sie hinterfragt ihr Leben und kommt zu einem schwerwiegenden Entschluss.

Meine Meinung zum Buch: Drei aus dem Ruder

Die Autorin Annette Lies beschreibt deutlich die Gefühlslage von Henriette aus deren Sicht das Buch geschrieben ist.

Sie fühlt sich leer und ausgebrannt. Ich habe mich gut in sie einfühlen können und mir war Henriette von Anfang an sympathisch. Der angedeutete Seitensprung im Prolog lässt Henriette menschlich und auch etwas abenteuerlustig wirken.

Dieses muss sie im Lauf des Buches aber erst noch lernen. Sie dabei zu begleiten hat mir sehr viel Spass gemacht. Ihre Therapeutin Frau Küppers, geht behutsam vor. Ich als Leser konnte auch einige Dinge für mich mitnehmen.

Das Lesen hat mir sehr viel Freude bereitet. Es war schwer das Buch aus der Hand zu legen. Zuerst hatte ich Bedenken, dieses schwere Thema in einem Buch lesen zu wollen. Aber die Autorin versteht es, behutsam damit umzugehen. Eine Portion Humor und Witz einfließen zu lassen.

Ich empfehle das Buch gerne weiter, eine tolle Geschichte, die bis zum Schluss spannend bleibt.