Die monströsen Auswüchse liberaler Erziehung

von David Eberhard

Ein Buch das so ganz anders ist, als alle Bücher, die ich schon rezensiert, oder gelesen habe.

IMG_0923Das Buch war eines der ersten, die ich zum Thema gelesen hatte, zumindest die Leseprobe.

Nun hat es mich doch interessiert und ich hatte das Glück ein kostenloses Rezensionsexemplar zu bekommen.

Im Zeitalter der Tigermütter und Helikoptereltern spricht der Autor Klartext über manche Ansätze der Erziehung, die, nach seiner Meinung in die falsche Richtung driften. Anhand von Schweden, wird deutlich, das vielleicht wirklich etwas gewaltig schief läuft. Z.b. In den Schulen.

Die Generation, die Eltern wird, ist bei ihrem ersten Kind zwischen 35 und 45 Jahre alt. Nun könnte man meinen, dass durch die Lebenserfahrung super gute Eltern draus werden. allerdings ist es so, dass je älter die Eltern sind, umso sorgenvoller, nachdenklicher und weniger impulsiv werden sie.

Der Autor fängt bei der Schwangerschaft an. Heutzutage werden Schwangere bombardiert, mit all den Dingen die sie nicht mehr machen dürfen. Es ist schon vor der Geburt ein Sammelsurium an Gebote und Verbote, die strikt eingehalten werden sollten, sonst wird man von der Gesellschaft als schlechte Mutter hingestellt. Er listet die Gefahren auf um sie dann zu zerreden oder ins rechte Licht zu rücken.

Ein ganz großes Thema ist die Bindung zwischen Baby und Eltern, insbesondere der Mama.

Natürlich ist die Bindung wichtig, aber auch hier bringt er Punkte ein, die nicht von der Hand zu weisen sind.

Auch, wenn man in den ersten Stunden etwas falsch macht, gibt es viele Redner, die dann aufschreien, dieses oder jenes Verhalten könnte dem Kind nun für immer schaden, hier greift er ein und zerstreut die Sorgen, der verzweifelten Eltern.

Meine Gedanken zum Buch:

Der Autor schreibt viel über Schweden, ( sein Heimatland) und wie es dort ist. Er zerreißt die Bücher von z.b.  Jesper Juul, stimmt aber Bent Hougaard zu, der im Grunde genau das Gegenteil von Jesper Juul schreibt.

Viele Ansätze und Denkanstösse gibt es in dem Buch, allerdings habe ich öfters das Gefühl, als würde der Autor aus Wut schreiben und die Wut somit weitergeben.

Schön finde ich, wie er mit einigen Themen umgeht, die Sorgen am Anfang: ein frisch geborenes Baby.

Die Sorgen der Umgebung, können getrost ignoriert werden schreibt er hier zu, das Baby wird es alleine schaffen.

Ich bin sehr zwei geteilt, auf der einen Seite eine wertvolle Bereicherung, aber auf der anderen Seite, weicht der Gedanke von ihm sehr von meiner Einstellung ab. Eine liebevolle Erziehung zu ermöglichen.

Auch das die Erziehung nur minimal von den Eltern abhängt, und die Kinder eher von ihren Freunden erzogen werden, mag vielleicht in Studien so geschehen sein, aber glauben kann ich es nicht.

 

Fazit: Wer sich über Kindererziehung informiert, der wird an diesem Buch nicht vorbei kommen. Wertvoll in einigen Kapiteln. Aber man darf auch hier nicht alles auf die Goldwaage packen. Wenn der eigene Instinkt und das Herz mitsprechen wird jeder das Richtige herausziehen können.