Da freut man sich auf einen super tollen Falschingsdienstag, die liebe Verwandschaft zu sehen, und dabei musste ich leider erkennen, dass die allgemeine Unlust für jemanden etwas zu tun, auch in meiner Familie nicht halt macht.

Früher saß man zusammen, nach dem Essen sprangen alle auf um zu helfen. Den Tisch abräumen, Spühlmaschine füllen. Nun bleibt jeder nur noch auf seinem Hintern sitzen, spielt mit den nun schon vorhanden Enkel. Und meine Oma also die Frau die für diese (Ur) Enkel die Uroma ist, räumt den Tisch ab und macht alles alleine für eine mehr als 20 köpfige Familie.

Ist das nicht ein Armutszeugnis? Also drückte ich meine Mutter meine Tocher in den Arm und half meiner Oma. Da sich sonst keiner dafür zuständig gefühlt hatte.

Vielleicht dachten die anderen, irgendwer wird schon helfen. Ich habe schließlich das 20 Jahre lang getan. Warum sollte ich jetzt noch was machen?

Ich weiß nicht was in den Köpfen vorgeht. Ich stelle nur fest, das es nicht nur in meiner Familie so ist, sondern auch auf der Strasse, im öffentlichen Raum.

Aber soll ich nun meine Tochter als hilfsbereiten Menschen erziehen. Der immer gerne eine helfenden Hand bietet, und damit eben auch von den anderen ausgenutzt wird. Oder aber fahre auch ich die Ellenbogenmentalität, das ich kommt zuerst.

Im Zeitalter der Selfies und der Selbstdarstellung ist es wohl nur normal nur an sich zu denken. Nur dann kommt man weiter.

Ich kann diese Mentalität nicht ganz ausleben. Denn auch wenn es bei einigen Dingen klar um mich geht, seit meine kleine Tochter da ist, sehe ich die Welt ein Stückweit mit anderen Augen.

Wenn jeder einmal ein Tag eine helfende Hand bietet, könnte es die Welt schon wieder viel besser machen.