Moderne Spülmaschinen und Waschmaschinen sind auf einen geringen Wasserkonsum hin optimiert. Deshalb kommt es immer wieder zu Fettablagerungen in den Abwasserrohren bis hin zur Totalverstopfung.

Abwasserkanal2Falsch verstandenes Wassersparen stellt ein zunehmendes Problem dar“, sagt Sanitärtechnik-Experte Andreas Braun: „Die Wassermenge reicht unter Umständen nicht, um im Abwasser vorhandene Schmutzstoffe abzuführen.“ Ähnliche Probleme könnten bei Toiletten-Spülkästen entstehen, die gerade einmal drei Liter durch die Schüssel schicken. Das funktioniere gerade noch im sichtbaren Teil des Abwassersystems, meist nicht mehr aber in den dahinterliegenden Rohren.

Durch das extreme Sparen von Wasser, ist die Wassermenge nicht mehr ausreichend um die Schmutzpartikel und anders aus den Rohren zu spülen.

Auch das kurze Spülen der Toilette wird zum Problem, wo früher noch der ganze Kasten durchrauschte, wird heute nur kurz gespült.

Selbst das Waschen wird immer Sparsamer, mit immer weniger Wasser, hoch konzentriert an Schmutzpartikel, mit minimaler Wassermenge.

Früher haben die Maschinen noch im Schnitt 180 L verbraucht, nun sind die Zahlen unter 50 L gesunken. Die Menge an 180L Wasser haben die Rohre zumindest teilweise wieder frei gespült, auch die höhere Temperatur hat dazu beigetragen. Nun mit weniger Wasser und niedriger Temperatur gelingt selbst das Freispülen der Rohre durchs Waschen nicht mehr.

Ein Durchspülen der Leitungen kann auch im privaten Haushalt helfen. „Es kann sinnvoll sein, ab und zu eine Flasche normalen Haushaltsessig oder heißes Wasser mit Spüli in den Abfluss zu geben und etwas später ein Waschbecken oder Spülbecken mit heißem Wasser zum Nachspülen ablaufen zu lassen“, empfiehlt Braun.

Auch wenn das nur gelegentlich geschehe, ließen sich viele Ablagerungen wie Fett auf diese Weise entfernen. Bei den Geräteherstellern ist das Problem bekannt, und ihre Abhilfe beim Spülen und Waschen sieht ähnlich aus: „Wir empfehlen, ab und zu ein Programm mit höheren Temperaturen zu benutzen“, sagt eine Sprecherin des Hausgeräteproduzenten Miele in Gütersloh. Möglichen Fettablagerungen in den Rohrleitungen könne so vorgebeugt werden.

und zum Schluss das wichtigstes:

Das in den Haushalten mit Mühe eingesparte Wasser muss also zum Teil im öffentlichen Bereich wieder eingebracht werden, um die technischen Anforderungen noch erfüllen zu können. Denn 90 Prozent der Kosten der Wasserversorger entfallen auf den Erhalt der Infrastruktur – da macht es wenig Sinn, ein paar Kubikmeter Wasser zu sparen und die Rohre gleichzeitig durch aggressive Ausdünstungen der liegen gebliebenen Schmutzfracht schneller verrotten zu lassen, um sie dann teuer zu flicken.

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