GESUNDHEIT Mit einem „Monitor“ nehmen die Krankenkassen die selbstbezahlten Leistungen unter die Lupe. Fazit: Nur die wenigsten nutzen nachweislich
VON HELKE ELLERSIEK
BERLIN taz | Immer häufiger werden PatientInnen beim Arztbesuch Leistungen angeboten, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Doch die überwiegende Zahl der Diagnose- und Therapieverfahren hat offenbar keinen Nutzen und können sogar schaden. Zu diesem Schluss kommt der Bericht zum sogenannten „IGeL-Monitoring“, den der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes der Krankenkassen (MDS) am Donnerstag vorlegte.
IGeL steht für „Individuelle Gesundheitsleistungen“, die Kosten dafür trägt der Patient. Darunter fallen zum Beispiel die professionelle Zahnreinigung oder die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke zur Früherkennung von Krebs. Über 100 verschiedene kostenpflichtige Leistungen werden bisher von den Ärzten angeboten, 37 davon hat der Medizinische Dienst bewertet. Auf dessen Internetportal „IGeL-Monitor“ können sich Patienten darüber informieren, ob die Leistungen sinnvoll sind. Der Verein wägt nützliche und schädliche Eigenschaften der Therapien ab. Bei der Früherkennung von Eierstockkrebs beruft er sich etwa auf eine repräsentative Studie aus den USA. Demnach könne die Ultraschalluntersuchung Frauen nicht vor dem Tod durch Eierstockkrebs bewahren. „Indirekte Schäden, vor allem durch unnötig behandelte Tumore, können dagegen so gravierend sein, dass nach Ansicht des Teams der Schaden deutlich überwiegt“, sagt der Projektleiter des „IGeL-Monitor“,
Dr. Christian Weymayr.
http://www.taz.de/1/archiv/?dig=/2015/02/27/a0050